Der Verein für naturnahe Erholung – wandern – hatte eingeladen, die Amanaburchtour rund um die Amöneburg zu erwandern. 8 Wanderinnen und Wanderer folgten der Einladung und sind mit den Wanderführern Erwin Peter und Hans Waßmuth planmäßig vom Parkplatz „Festplatz“ unterhalb der Stadtmauer gestartet. Nach Begrüßung und Fototermin sollte es losgehen, aber zunächst wurde die Aussicht bewundert und mit dem Blick auf den kleineren Hügel die Namensgebung der „Wenigenburg“ erklärt (die Wenigenburg ist weniger hoch im Verhältnis zur Amöneburg).
Gestartet wurde in Richtung „westliches Stadttor“. Dieses Tor liegt über der ehemaligen Siedlung „Lindenau“. Im Osten hatte Amöneburg ein zweites Stadttor mit der Zuwegung über die „Brücker Mühle“. Amöneburg ist die 365 m hoch gelegene Stadt „auf dem Berg“ mit Resten des ehemaligen Schlosses, Befestigungsanlagen und der weithin sichtbaren großen „Stiftskirche“.
Wir folgten der Wegbeschilderung entlang der Stadtmauer und konnten nach wenigen Metern das Fundament der Stadtmauer aus Vulkangestein bewundern. Der Vulkan zeigt meterlange Basaltsäulen im sechseckigen Format. Diese sechseckigen „Prismen“ bilden sich, wenn das frisch erstarrte Vulkangestein beim weiteren Abkühlen schrumpft.
Nach der Überquerung der Straße erreichten wir den Waschbach. Hier soll der heilige Bonifatius seine Tauffeiern abgehalten haben. Im 15. Jahrhundert wurde die Brunnenstelle zum Waschplatz erweitert.
Als nächstes Ziel erreichten wir die „Magdalenen-Kapelle“. Diese Kapelle heißt im Volksmund Lindaukapelle und erinnert wie das Stadttor an die ehemalige Siedlung. Die Kapelle ist ein Wallfahrtsziel. Der heilige Bonifatius war einer der bekanntesten Missionare und der wichtigste Kirchenreformer im Frankenreich. Er war Missionserz- bischof, päpstlicher Legat für Germanien, Bischof von Mainz, zuletzt Bischof von Utrecht sowie Gründer mehrerer Klöster, darunter auch in Fulda. Seine Missionsreise führte ihn im Jahr 721 auf die strategisch gut gelegene Burg an der „Amana“ (Keltischer Begriff für die Ohm). Amöneburg ist der erste Ort an dem Bonifatius ein Kloster gründete.
Nun folgte eine längere Wanderung um Amöneburg bis zum zweiten Stadttor. Zwar nicht direkt zur Brücker Mühle, sondern zum „Brücker Wirtshaus“. Hier steht ein barocker Obelisk, der sogenannte Friedensstein. Er erinnert an ein Gefecht der Hessen und Braunschweiger gegen die Franzosen im Jahre 1762. Die als Schlacht um die Brücker Mühle in die Geschichte eingegangene wichtige Begebenheit des siebenjährigen Krieges hat viele Spuren hinterlassen. Im ehemaligen Wirtshaus stecken noch heute Kanonenkugeln in den Balken.
Die weitere Wanderung führte nun in das Naturschutzgebiet, zunächst zum Bekassinenloch und anschließend zu den Wölbwiesen. Mit der Wanderung an der Ohm entlang, durchquerten wir die Brutplätze für Bekassine, Kiebitz und Braunkehlchen. Die Wölbwiesen sind künstlich angelegte Mulden (und mit dem Aushub Hügel), in denen nach Überschwemmungen das Wasser nur langsam versickern soll. Dadurch entstehen nasse kurzrasige Flächen, die mit einer Herde Wasserbüffel gepflegt werden.
Am Fuß des Vulkans wieder angelangt erreichten wir einen eingezäunten Bereich für Ziegen und Schafe. Mit dem Ziegenprojekt „Ziegen mit BISS“ wird dem Naturschutz geholfen. Aufgabe der Ziegen ist es, den Berg zur Amöneburg frei von Bewuchs zu halten. Nun erfolgte der Aufstieg in Richtung Amöneburg.
Hierbei überquerten wir die „Wenigenburg“. Die Wenigenburg wurde im 12. Jahrhundert als Vorburg errichtet. In 1491 wurde sie erstmals als Ruine bezeichnet. Mit einer kleinen Wegschleife in Richtung Amöneburg hat die Wandergruppe diese Burg ebenfalls besichtigt.
Abschließend ging es bergauf bis zum Startpunkt der Wanderung unterhalb der Stadtmauer. Die Teilnehmer bedankten sich bei den beiden Wanderführern für die schöne und interessante Wanderung und lobten auch die Stadt Amöneburg für die gute Beschilderung der Extratour.





