Wanderfahrt ins Fichtelgebirge

Zur fünftägigen Wanderfahrt starteten 9 Wanderinnen und Wanderer von Rosenthal nach Bischofsgrün im Fichtelgebirge. Nach Ankunft und einem guten Mittagessen im Hotel Kaiseralm fuhr die Gruppe nach Weißenstadt zur ersten Wandertour zum Rudolfstein und anschließend zu den Drei-Brüder-Felsen. Der Rudolfstein ist Teil des Schneebergmassivs mit einer Höhe von 866m. Mit einer Treppe lässt sich der höchste Felsenturm begehen und man hat einen wundervollen Blick auf den Weißenstädter See. Weiter ging es zum Geotop Die drei Brüder (840m). Die nebeneinander stehenden mächtigen Granitfelsen sind bei den Kletterern sehr beliebt. Nach dem Rudolfsattel kam man auf Waldpfaden und Forstwegen zurück nach Weißenstadt und zur SiebenquellTherme. Nach einer Strecke am See kam die Gruppe nach ca. 9 km am Parkplatz an. Am zweiten Tag wurde die Gruppe von einem Wanderführer des Hotels geführt. Die Wanderung startete direkt am Hotel und führte zunächst zum Waldgasthaus Karches. Anschließend führte die Strecke bergauf über die Weißmainfelsen zur Weißmainquelle, von dort wurde das erste Ziel, der Gipfel des Ochsenkopfs (1024m) erreicht. Der Ochsenkopf ist der Hausberg von Bischofsgrün, man glaubte, er sei der höchste Berg im Fichtelgebirge. Erst 1785 stellte sich nach barometrischen Messungen heraus, dass der benachbarte Schneeberg den Ochsenkopf um 28,8 m übertrifft. Nach kräftezehrendem Aufstieg kehrte die Gruppe in der Gaststätte ein, anschließend konnte die Aussichtsplattform des Asenturms über eine Treppe bestiegen werden. Das nächste Ziel war der Ortsteil Neubau direkt am Fichtelsee. Der ehemals sehr große See hat sich im Laufe der Jahrtausende in ein ausgedehntes Hochmoor gewandelt und ist heute Naturschutzgebiet. Direkt am See befinden sich neu errichtete Aussichtsplattformen, vom Wanderführer war zu erfahren, dass hier vor herrlichem Hintergrund Trauungen gefeiert werden. Hier endete auch die ca. 14 Kilometer lange Tour, die Wandergruppe fuhr mit einem Nahverkehrsbus zurück zum Hotel. Auch am dritten Tag begleitete der Wanderführer die Gruppe auf der ca. 14 km langen Strecke. Nach dem Anstieg bis ehemaligen Lungenheilstätte (heute: Höhenklinik) wurde der Ehrenfriedhof besichtigt. Neben den gut gepflegten Gräbern als Zeugnis und zum Gedenken der Toten aus dem 1. und 2. Weltkrieg befinden sich dort ein vom damaligen Chefarzt Dr. Paul Dürrbeck privat finanzierter Glockenturm und ein Gebäude in Form eines steinernen Zeltes mit dem in Stein gehauenen Abbild eines aufgebahrten toten Soldaten. Nach der Besichtigung führte die Wanderung zur Egerquelle. Die erste provisorische Quellfassung stammte aus dem Jahr 1850. Die heutige Fassung erfolgte 1923 und geht auf die Initiative der Stadt Eger zurück. Die Eger entspringt auf einer Höhe von 750m. In die Steine der Quellfassung sind die Namen der Städte und Gemeinden graviert, welche der Fluss auf seinem 316 km langen Weg bis zur Elbe durchfließt. Anschließend führte die Tour weiter über die Hohe Haide, zum Wetzstein, dann zu einem Zwischenstopp in ein Cafe in Birnstengel und weiter nach Bischofsgrün. Hier wurde der Ständebaum (rot/weiß ummantelt für Franken, nicht Bayern) besichtigt sowie ein kleiner Kunststoffschneemann bewundert. Seit 1986 wird in Bischofsgrün der Schneemann „Jakob“  gebaut. Er ist mit bis zu 12m Höhe der größte Schneemann Deutschlands und eine der größten Attraktionen im Fichtelgebirge. Die Wanderung führte an der Villa Helene vorbei. Zur Geschichte der Villa und auch zu der Eigentümerin gab es zahlreiche Informationen durch den Wanderführer. Der Weg folgte dem Bischofsgrüner Panoramaweg und endete an der Talstation der Seilbahn. Der vierte Tag startete mit einer Anfahrt nach Luisenburg (Ortsteil von Wunsiedel). Hier teilte sich die Gruppe, da das Felsenlabyrinth an einigen Stellen nur sehr mühselig zu durchqueren ist. Der größere Teil der Gruppe hatte mit dem Felsenlabyrinth das größte Granitsteinmeer Europas durchwandert. Am Ende des Labyrinths trafen sich alle Wanderinnen und Wanderer wieder. Höhepunkte des Tages waren der Burgsteinfelsen, der Große Haberstein, der Kleine Haberstein und als Ziel das beliebte Wanderziel Kösseinehaus. Die Kösseine als Namensgeberin ist mit 939m Höhe die höchste Erhebung des Granit-Bergstocks. Nach der Einkehr konnte vom Kösseineturm die Aussicht über das Bergmassiv genossen werden. Über die Kösseine verläuft die Regierungsbezirksgrenze Oberfranken – Oberpfalz, hier ist auch die Wasserscheide zwischen Nordsee und dem Schwarzen Meer. Der Abstieg erfolgte über einen Fahrweg in Richtung Püttnerfelsen. Am Burgsteinfelsen endete der Rundweg, die weitere Wanderung erfolgte auf der gleichen Strecke wie der Hinweg. Obwohl die Wanderstrecke nur ca. 10 Kilometer betrug, war diese doch eine Tageswanderung. Am fünften Tag hieß es dann Abschied nehmen. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden die Koffer gepackt und verladen. Aber entgegen der ursprünglichen Planung startete die Gruppe nicht zur Heimreise, sondern fuhr zum Wanderparkplatz beim Waldgasthaus Karches. Der höchste Berg des Fichtelgebirges, der Schneeberg, stand noch auf dem Wanderprogramm. Über einen steilen Anstieg wurde der Fränkische Gebirgsweg erreicht. Dieser Forstwirtschaftsweg führte zum ersten Aussichtpunkt, dem 924 m hohen Haberstein, einem beeindruckenden Granittrümmerfeld mit mächtigen Granitblöcken. Die Wanderung folgte dem Fränkischen Gebirgsweg und führte zum 1000 m Stein, weiter zum Schneebergbrunnen und zum Gipfel des Schneebergs. Hier ragt ein ehemaliger Fernmeldeturm der Bundeswehr als Mahnmal des Kalten Krieges in die Höhe. Danach ging es nur noch bergabwärts, zunächst zur Nußhardt und dann zurück zum Karches. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen traten wir die dreieinhalbstündige Heimreise an – glücklich, müde und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck.